Krane - Drehkrane
Drehkrane (Auslegerkrane) sind in der Regel ortsfest, können jedoch auch durch Aufsetzen auf ein
Fahrwerk (gleisgebunden oder gleislos) bzw. Ponton oder durch Kombination mit einem Portalkran
mobil gemacht werden. Obwohl sie häufig auf Flurniveau angeordnet sind bzw. auf Flurniveau
verfahren, werden sie als flurfrei eingestuft, da die Verfahrbewegung der Katze, die Dreh- oder
Schwenkbewegung des Auslegers und somit die Förderbewegung für Güter flurfrei und oberhalb der
eigentlichen Arbeitsebene ausgeführt wird. Drehkrane nehmen ihre Last stets außerhalb ihrer
Unterstützungsfläche auf .
Kennzeichnende Merkmale sind der auskragende Ausleger und der zylinderförmige Arbeitsraum. Die
Bewegung des Auslegers findet als Dreh- oder Schwenkbewegung um ihre vertikale Achse statt. Bei
starren Auslegern ist der Radius konstant. Bei Wippauslegern ist die Auslegerlänge zwar konstant,
durch den Neigungswinkel der Auslegerkonstruktion wird jedoch der Abstand Kranachse-Seilachse
variiert. Dadurch kann auf einem sehr viel breiteren Kreisring bis nahezu an die Kranachse
zugegriffen werden. Das gleiche gilt für
Katzausleger, bei denen ebenfalls die Länge des stets horizontalen Auslegers konstant ist und der
Abstand Kranachse-Seilachse durch eine verfahrbare Laufkatze variiert wird. Drehkrane können
freistehend sein und einen Schwenkbereich von 360 Grad abdecken oder an einer Hallenwand montiert
sein.
Zu den wichtigsten Baugruppen der Drehkrane gehört ihr Unterbau, ein zumeist gleisgebundener, in
einigen Fällen auch gleisloser Plattformwagen (Fahrzeugkrane) aus einer Schweißkonstruktion in
Kastenbauweise. Weitere wichtige Baugruppen bilden die Drehverbindung, die über Säulen- oder
Scheibensysteme das drehbare Oberteil auf dem Unterbau lagert, der Ausleger (als starrer, Wipp-
oder Katzausleger) und die einzelnen Antriebe.
Die Standsicherheit der Drehkrane wird durch Gegengewichte gewährleistet, wobei durch entsprechende
konstruktive Anordnung das Eigengewicht der Antriebe genutzt wird. Überlastsicherungen gegen zu hohe Lastmomente schalten die jeweiligen Antriebe bei zu großer Last automatisch ab.
Drehkrane können in einer Vielfalt von Bauarten ausgeführt sein und stellen eine der wichtigsten und am meisten verbreiteten Krangruppen dar. Ihre wesentlichen Bauarten sind Säulendrehkrane,
Wanddrehkrane, Konsoldrehkrane, Turmdrehkrane, Derrickkrane und Portaldrehkrane.
Turmdrehkrane
Turmdrehkrane sind mit einem gleisgebundenen Unterwagen versehen, auf dem ein schlanker, hoher
Turm, der wegen der Windkräfte sowie aus Gewichtsgründen in Fachwerkbauweise ausgeführt ist, mit
einem Ausleger steht. Die Fahrbahn muß aus Sicherheitsgründen angesichts der Höhe der Turmdrehkrane
exakt waagerecht und unnachgiebig sein. Man unterscheidet Turmdrehkrane mit festem Turm, bei denen
der Ausleger (zumeist ein Katzausleger) drehbar gelagert ist, und Turmdrehkrane mit drehbarem Turm,
bei denen der gesamte Kran auf dem Fahrwerk dreht.
Für der Hochhausbau werden außerdem Kletterkrane eingesetzt. Derrickkrane weisen einen senkrecht
stehenden, drehbaren Standmast auf, an dessen Fuß ein Wippausleger vertikal drehbar gelagert ist.
Der Standmast kann in Voll- oder in Fachwerkbauweise ausgeführt sein. Man unterscheidet
Bockderrickkrane, bei denen der Standmast rückseitig durch zwei Schrägstützen in der Vertikalen
gehalten wird, und Trossenderrickkrane, bei denen die Funktion der Schrägstützen durch mehrere
Abspannseile übernommen wird.
Portaldrehkrane sind Drehkrane mit eigenem Portal oder Drehkrane, die auf dem Obergurt eines Portals verfahren. Bei Drehkranen mit eigenem Portal wird der Unterwagen durch ein gleisgebundenes Portal
ersetzt, das zumeist mehrere Gleisanlagen überbrückt (s. U 3.21). Die Lagerung des drehbaren
Oberteils erfolgt über Drehkränze oder feststehende Säulen. Die Ausleger sind zumeist als
Wippausleger ausgeführt. Portaldrehkrane für Verladebrücken weisen einen flachen Unterwagen auf, der auf den Verladebrücken verfährt. Sie sind meistens mit festen Auslegern versehen. Das drehbare
Oberteil wird ebenfalls über Drehkränze oder Säulen auf dem Unterwagen gelagert.
Einsatzmöglichkeiten
Säulendrehkrane, Wanddrehkrane und Konsoldrehkrane sind als Standardkrane kostengünstig und werden
meistens zur Bedienung einzelner Arbeitsplätze in Fabrikhallen verwendet. Sie sind dabei häufig
unterhalb von Brückenkranen angeordnet. Turmdrehkrane werden vor allem in Bau- und Montagebetrieben
eingesetzt, Derrickkrane finden vorrangig im Hafen oder auf Schiffen für den Stückgutumschlag
Verwendung. Ähnliches gilt für Portaldrehkrane, die für den Stück- und Schüttgutumschlag auf
Großlagerplätzen und in Häfen gebräuchlich sind. Schwimmkrane werden beim Schwerlastumschlag in Häfen und Werften sowie als Bergungskrane eingesetzt.